Das Porsche-Logo: Berühmtes Wappen mit bewegter Geschichte
Das Porsche-Logo ist eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt. Seit 1952 kennzeichnet es die Sportwagen aus Zuffenhausen. Es wurde mehrmals überarbeitet, und heute gibt es sogar eine spezielle Version für die Spitzenmodelle.
Einige Modemarken haben ihr Logo in den letzten Jahren modernisiert und vereinfacht. Dadurch sind sie sich jedoch immer ähnlicher geworden. Porsche ist einen anderen Weg gegangen: Die Marke hat das Porsche-Logo im Laufe der Jahre modernisiert – allerdings in einer evolutionären Designanpassung, nicht in einer revolutionären, ähnlich wie beim 911. Das ist schon insofern bemerkenswert, als das Wappen auch interne Kritiker hatte.
Entstehung des Porsche-Logos
Als Porsche den 356 als erstes Fahrzeug der Marke ab 1948 baute, fand sich an Front und Heck lediglich der Porsche-Schriftzug. Ein Logo gab es noch nicht. Bei einer USA-Reise Ende 1951 empfahl der amerikanische Automobilimporteur Max Hoffman Ferry Porsche die Einführung eines Logos. Porsche notierte am 27. Dezember 1951: „Lenkradnabe verziert mit ‚Porsche‘ und Wappen von Stuttgart oder ähnlich.“
Zunächst wurde das Markenzeichen jedoch von Porsche per Preisausschreiben gesucht: Im März 1951 initiierte der Stuttgarter Arzt und Kunstsammler Ottomar Domnick einen Wettbewerb an deutschen Kunstakademien. 1.000 DM wurden für die Entwicklung eines Logos ausgelobt. Doch letztendlich entsprach kein Entwurf den Vorstellungen der Geschäftsleitung von Porsche.
Der zeichnerisch begabte Konstrukteur Franz Xaver Reimspieß, der bereits 1936 das Volkswagen-Logo entworfen hatte, gestaltete schließlich Anfang 1952 das ursprüngliche Porsche-Wappen.
Der erste Entwurf des Porsche-Logos von Franz Xaver Reimspieß 1952.
Das Logo setzt sich aus dem vierteiligen Wappen von Württemberg und dem mittig platzierten Stadtwappen von Stuttgart mit dem aufsteigenden Pferd zusammen. Mit dem darüberstehenden Stadtnamen bekennt sich Porsche zu seiner schwäbischen Heimat. Darüber steht der Schriftzug „Porsche“.
Ende 1952 erschien das Logo erstmals auf der Lenkradnabe, bevor es im November 1954 in den Griff auf der Fronthaube des 356 Speedster integriert wurde. Ab 1959 zierte es auch die Radkappen der Zuffenhausener Sportwagen.
Kritik und Auftrag für ein neues Porsche-Logo
Intern gab es jedoch auch kritische Stimmen. Vor allem dem Vertrieb war das geografische Wappen nicht modern genug und spiegelte nicht den fortschrittlichen technischen Charakter sowie die Sportlichkeit des Fahrzeugs wider. In einfarbigen Zeitungsanzeigen wirkte das Logo zudem nicht optimal. Außerdem war es zu komplex, um schnell erkannt zu werden:
„Die Vielfarbigkeit und die vielen Details auf ein Ganzes zusammengetragen, lassen keine kompakte Sichtwirkung im Straßenverkehr zu“, schrieb die Verkaufsleitung 1961. Als positive Gegenbeispiele wurden der Mercedes-Stern und das VW-Logo genannt. Der Werbeleiter Hermann Lapper erhielt den Auftrag, ein neues „Firmenzeichen“ kreieren zu lassen. Es sollte gemeinsam mit dem geplanten neuen 911 eingeführt werden.
Der bekannte Grafiker Hanns Lohrer entwickelte verschiedene Entwürfe, die mit dem Buchstaben „P“ als Logo arbeiteten. Letztendlich wurden jedoch alle von der Geschäftsleitung abgelehnt, und das bereits etablierte Wappen wurde beibehalten.
2019 modernisierte Porsche das Logo mit einem QR-Code. Das „QREST“ war natürlich nur ein Aprilscherz.
Die aktuelle Version des Porsche-Logos
1973, 1994 und 2008 überarbeitete Porsche das Wappen. 1974 wurde die Farbe von Orange auf ein ruhiges Rot angepasst und die Flächen darunter gekörnt. 1994 wurden die Schriftzüge modernisiert und der Porsche-Name zur besseren Lesbarkeit schwarz lackiert. 2008 wurde die Goldfarbe geändert.
Im Laufe der Zeit gab es mehrere Überarbeitungen des Porsche-Logos.
2023 hat Porsche sein Logo erneut überarbeitet. Mit nur wenigen Anpassungen wirkt es nun moderner, feiner, sportlicher und detailreicher. Das Wichtigste war jedoch, dass das Porsche-Wappen auf den ersten Blick wiederzuerkennen ist. Schließlich ist es eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt.
„Der Faktor Zeit ist in einem solchen Reifeprozess ganz wichtig“, beschreibt Joachim Paetzel, Fachreferent Color and Trim bei Style Porsche, den Ablauf der Gestaltung des Wappens. „Ein Markenzeichen entwirft man nicht ‚mal schnell‘ binnen weniger Tage. Man muss immer wieder darauf schauen, gerade auch mit zeitlichem Abstand. Auf den zweiten oder dritten Blick entdeckt man wieder Dinge, die man optimieren möchte, bis es stimmig und selbstverständlich wirkt. Erst dann stellt man zufrieden fest: ‚Genauso muss es sein!‘“
Wichtig war den Designern auch, die 2D- und 3D-Ausführungen des Wappens anzugleichen. Das Markenzeichen ist nicht nur physisch an der Karosserie und im Innenraum der Sportwagen präsent, sondern entfaltet auch im Markenauftritt in der Kommunikation oder im Porsche Zentrum seine Wirkung.
Designentwicklung des neuen Porsche-Logos: Sportliche Wabenstruktur.
Die Änderungen des neuen Porsche-Logos im Einzelnen:
Dreidimensionale Geweihstangen
Satinierter Hintergrund der Geweihstangen
Flacherer Hintergrund des Porsche-Schriftzugs
Dreidimensionaleres Stuttgart-Wappen mit schwarz lackiertem Schriftzug
Detailreicheres Pferd
Wabenmuster hinter den roten Flächen
Dezentere Goldfarbe
Neues Turbo-Logo
2023 hat Porsche zudem ein spezielles Markenwappen für die Turbo-Spitzenmodelle eingeführt. Dafür wurde eigens der exklusive Farbton „Turbonit“ entwickelt. Das Logo zeigt sich entsprechend monochrom in Schwarz und einem wärmeren, metallischen Dunkelgrau. Es wird auf Lenkrad, Front und Rädern verbaut und macht die Turbo-Modelle – zusammen mit weiteren Details in Turbonit – außen und innen deutlich unterscheidbar.
Seit 2023 kennzeichnet das Porsche-Logo im Farbton Turbonit die Turbo-Modelle.
Fazit
Auch wenn das Porsche-Logo nicht die idealen Voraussetzungen für ein leicht erkennbares Logo einer Sportwagenmarke hatte und daher auch interne Kritiker hatte, ist es zu einem der bekanntesten Markenzeichen weltweit geworden. Spätestens mit der Überarbeitung 2023 und der Turbonit-Version für die Spitzenmodelle steht das Wappen nun jedoch auch für Technik und Sportlichkeit.
Gefällt euch das Wappen? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Ab 1974 gab es das charakteristische Schottenkaro bei Porsche. Der erste Wagen war der 930 Turbo Nr. 1 für Louise Piëch, bei dem sich das Tartanmuster sogar außen wiederfand.