Ruf CTR3: 375 km/h schneller Supersportwagen mit Porsche-Genen
Der Mittelmotorsportwagen CTR3 war 2007 der erste Ruf, der nicht direkt auf einem Porsche basierte. Eines der 28 Exemplare mit dem 700 PS starken Boxermotor wird nun bei RM Sotheby's versteigert.
Fotos: Jorge Guasso/RM Sotheby's
Ruf Automobile wurde 1939 in Pfaffenhausen in Bayerisch-Schwaben als Autowerkstatt gegründet und begann in den 1970er Jahren damit, die Leistung von 911ern zu steigern. 1981 erhielt Ruf vom Kraftfahrt-Bundesamt die Lizenz als Fahrzeughersteller. Weltberühmt ist der 1987 vorgestellte Ruf CTR „Yellowbird“, das mit 342 km/h damals schnellste Fahrzeug.
Der Mittelmotorsportwagen Ruf CTR3 erinnert an Porsche Carrera GT und 911 GT1.
2007 präsentierte Alois Ruf mit dem CTR3 ein eigenes Fahrzeug, das nicht nur ein eigenständiges Design aufweist: Die Länge entspricht zwar der des 911, der Radstand ist jedoch länger, und der Motor ist vor der Hinterachse eingebaut. Während der Vorderwagen noch teilweise vom 997 übernommen wurde, ist der Rest eine Eigenkonstruktion. Einige Teile wie die Aluminiumtüren, die -Haube und die Scheinwerfer stammen vom Porsche 997, die Rücklichter vom Cayman. Die restliche Außenhaut besteht aus Karbon. So konnte ein Gewicht von nur 1.400 kg erreicht werden. Optisch erinnert der Wagen an den Carrera GT und an den Le-Mans-Rennwagen 911 GT1, von dem die Ansaugung über einen Dachschnorchel inspiriert ist.
Türen und Haube des Ruf CTR3 sind aus Aluminium und vom Porsche 997 übernommen, die restliche Karosserie besteht aus Carbon.
Der Sechszylinder-Boxermotor kommt aus dem 911 Turbo. Ruf bohrte ihn auf 3,8 Liter auf und setzte ihn mit zwei größeren KKK-Turboladern unter Druck. Im Ergebnis liefert er 700 PS und 890 Nm, die nur die Hinterräder antreiben. Geschaltet wird über ein sequentielles Sechsganggetriebe: Drücken zum Herunterschalten, Ziehen beim Hochschalten.
Der Motor sitzt beim Ruf CTR3 vor der Hinterachse, basiert auf dem Porsche 911 Turbo und leistet 700 PS.
In 3,2 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h, 200 km/h erreicht er in 9,6 Sekunden. Spektakulär ist auch die Höchstgeschwindigkeit von 375 km/h. Der Ruf CTR3 wird von Carbon-Keramik-Bremsen mit 380 Millimetern verzögert. Doch auch für kurvige Rundstrecken ist der CTR3 gewappnet: An der Vorderachse arbeiten vom Porsche 997 stammende MacPherson-Federbeine, für hinten hatte Ruf eine eigene Mehrlenkerachse mit Pushrods und horizontalen Federn entwickelt. Zusammen mit den Zentralverschlussfelgen sorgt das für Rennflair.
Im Innenraum des CTR3 mischen sich in das 981-Cayman-Grundlayout Ruf-spezifische Instrumente, ein Dreispeichenlenkrad, Karbon-Schalensitze und luxuriös gestepptes Leder.
Im Innenraum des Ruf CTR3 mischt sich Porsche-981-Cayman-Layout mit gestepptem Leder und Ruf-Carbonsitzen und -Instrumenten.
Der am 28. Februar 2025 bei RM Sotheby's in Miami unter den Hammer kommende CTR3 ist einer von nur drei gebauten Exemplaren in der irisierenden matten Chroma-Flash-Lackierung. Er hat erst 1.827 Meilen auf dem Tacho und wurde frisch gewartet. 2008 lag der Neupreis bei 420.000 Euro, heute wird der Ruf CTR3 auf 1 bis 1,3 Millionen Dollar geschätzt.
Update: Der hier gezeigte Wagen wurde am 28. Februar 2025 für 1,116 Millionen US-Dollar verkauft.
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Vor einem Vierteljahrhundert wurde der Carrera GT vorgestellt. Er war in mehrfacher Hinsicht innovativ, seinerzeit der schnellste Straßenwagen und der erste und einzige Porsche mit 10-Zylinder-Motor.