Porsche 991 Speedster: Offener Purist

Porsche 991 Speedster

Der Porsche 911 Speedster steht seit Jahrzehnten für puristisches, offenes Fahrvergnügen. Der neueste Speedster erschien 2019 und wurde auf nur 1.948 Exemplare limitiert. Mit GT3-Technik, Saugmotor und Handschaltung vereint der 991 Speedster klassisches 911-Feeling mit moderner Performance. Was macht ihn so besonders?

Der 991 Speedster wurde konsequent für puren Fahrspaß entwickelt. Ein Leergewicht von 1.465 Kilogramm, das 6-Gang-Schaltgetriebe, der hochdrehende Saugmotor aus dem GT3 und das offene Verdeck sorgen für ein ganz besonderes Fahrgefühl und Erlebnis: laut, emotional, unverfälscht.

Die Geschichte des Speedster-Konzepts

Die Speedster-Idee reicht zurück bis ins Jahr 1954, als Porsche den 356 Speedster vorstellte. Ein puristischer Roadster, minimalistisch ausgestattet, mit niedriger Frontscheibe und reduziertem Gewicht – gebaut für maximalen Fahrspaß. Der 1,5-Liter-Vierzylindermotor leistete bis zu 100 PS. Besonders in den USA wurde das Modell durch Rennfahrer und Schauspieler James Dean berühmt.

Porsche 356 Speedster von 1955

Der Porsche 356 Speedster war 1955 der erste Speedster.

Erst 30 Jahre später, 1988, kehrte der Speedster im zurück – diesmal basierend auf dem 911 der G-Serie. Erstmals mit der ikonischen „Doppelhutze“ hinter den Sitzen und einer extrem flachen Windschutzscheibe. Der 3,2-Liter-Sechszylinder-Boxer leistete 231 PS und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von rund 250 km/h.

Porsche 911 Carrera 3,2 Speedster 1988

Porsche 911 Speedster, G-Modell von 1988.

1993 kam der 964 Speedster als eine noch exklusivere Variante mit nur 936 gebauten Exemplaren. Er basierte technisch auf dem Carrera 2 und verfügte über einen 3,6-Liter-Boxermotor mit 250 PS. Mit einer Beschleunigung von 0–100 km/h in 5,7 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h war er eine echte Fahrmaschine.

Porsche 911 Speedster 964 von 1993

Porsche 911 Speedster (964) von 1993.

2010 gab es den Speedster zum ersten Mal mit der breiten Karosserie des Carrera 4. Der auf 356 Exemplare limitierte 997 Speedster leistete 408 PS aus einem 3,8-Liter-Saugmotor. Mit 4,6 Sekunden auf 100 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 305 km/h war er der schnellste Speedster bis dahin.

Porsche 911 Speedster (997) von 2010

2010 kam der Porsche 911 Speedster der Generation 997 auf den Markt.

Porsche 991 Speedster: Tradition und Moderne Technik

Der Porsche 991 Speedster kam 2019 auf dem Markt. Inspiriert vom 911 R (2016) und dem 911 GT3, vereinte das Modell modernste Technik mit klassischen Designelementen. Das Herzstück des Fahrzeugs war ein hochdrehender Vierliter-Boxer-Saugmotor mit einer Leistung von 510 PS. Der Sound des Motors, der bis auf 9.000 U/min drehte, sorgte für ein besonders emotionales Fahrerlebnis. Die Kraftübertragung erfolgte über ein manuelles Sechsgang-GT-Getriebe, das die fahrerzentrierte Ausrichtung des Speedsters unterstrich.

Porsche 911 Speedster 991.2

Der neueste Porsche 911 Speedster basiert auf dem 991.2 und erschien 2019.

Der 991 Speedster wies zahlreiche Designelemente auf, die an seine Vorgänger erinnerten. Besonders markant war der aerodynamisch geformte Verdeckkastendeckel mit den charakteristischen „Double Bubble“-Streamlinern. Porsche setzte hier erstmals ein Bauteil aus karbonfaserverstärktem Kunststoff in einem Stück für ein Straßenmodell ein.

Auch die Gewichtsoptimierung spielte eine zentrale Rolle. Eine neu entwickelte Stoffdachkonstruktion ersetzte das einfache Tonneau-Cover der Konzeptstudie. Zusammen mit dem verkürzten Scheibenrahmen und dem abgesenkten Windlauf verlieh dies dem Fahrzeug eine noch sportlichere Silhouette. Die Bedienung des Verdecks erfolgte teilweise elektrisch und ließ sich mit wenigen Handgriffen abschließen.

Leichtbau für maximale Performance

Wie bei anderen Hochleistungsmodellen von Porsche kam auch beim 911 Speedster der konsequente Leichtbau zum Einsatz. Die Carbon-Fronthaube und die Kotflügel wurden vom 911 R übernommen, während die Frontschürze aus dem GT3 stammte. Neu entwickelt wurde die Bugspoilerlippe. Die elektrisch verstell- und beheizbaren Sport Design-Außenspiegel ersetzten die Talbot-Spiegel des Konzeptfahrzeugs. Der Heckspoiler und die Heckschürze wurden aus dem 911 GT3 Touring adaptiert, um aerodynamische Vorteile zu bieten.

Das Interieur war auf puristische Sportlichkeit ausgelegt. Carbon-Vollschalensitze mit schwarzen Lederelementen, gewichtsoptimierte Türtafeln mit Öffnerschlaufen und Sichtcarbon-Akzente prägten den Innenraum. Der zentrale Drehzahlmesser sowie die übrigen Instrumente zeigten sich mit schwarzen Zifferblättern, weißen Zeigern und grünen Ziffern – eine Hommage an den Porsche 356 Speedster. Eine Limitierungsplakette hinter den Sitzen verwies auf die exklusive Auflage von 1.948 Exemplaren.

Carbon-Schalensitze und -Zierleisten im 991 Speedster.

Carbon-Schalensitze und -Zierleisten im 991 Speedster.

Heritage-Design-Paket: Eine Hommage an die 50er und 60er Jahre

Porsche bot den 911 Speedster optional mit einem Heritage-Design-Paket an. Diese Variante wurde von Style Porsche und der Porsche Exclusive Manufaktur entwickelt und griff Designelemente der 50er und 60er Jahre auf. Die Farbgebung im Innenraum kombinierte Schwarz und Cognac mit goldenen Details. Die Karosserie zeigte sich in GT-Silbermetallic mit weißen Akzenten an der Front und den Kotflügeln. Historische Porsche-Wappen und goldfarbene Schriftzüge unterstrichen den Retro-Look. Zudem ließ sich eine zweistellige Startnummer individuell wählen.

Porsche 911 Speedster 991.2 Silber Garage

Der Porsche 991 Speedster mit Heritage-Design-Paket.

Hochdrehzahl-Triebwerk und manuelle Schaltung

Unter der Haube des 911 Speedster arbeitete ein Vierliter-Sechszylinder-Boxermotor, der auf dem Aggregat des 911 GT3 basierte. Die Leistung von 510 PS wurde bei 8.400 U/min erreicht, das maximale Drehmoment von 470 Newtonmetern bei 6.250 U/min. Mit Ottopartikelfilter erfüllte der Motor die Abgasnorm Euro 6d TEMP und leistete dennoch zehn PS mehr als die Version im GT3. Möglich machten dies unter anderem optimierte Hochdruck-Einspritzdüsen und eine modifizierte Sauganlage mit Einzeldrosselklappen. Die neu entwickelte Leichtbau-Edelstahl-Sportabgasanlage sparte zusätzlich zehn Kilogramm Gewicht ein.

Porsche 911 Speedster 991 2 Rot und Silber

510 PS leistet der Saugmotor des 991 Speedster.

Das manuelle Sechsgang-Sportschaltgetriebe mit automatischer Auto-Blip-Funktion unterstrich den Fokus auf Fahrerlebnis und Kontrolle. Die Funktion glich Drehzahlunterschiede beim Herunterschalten automatisch durch Zwischengasstöße aus und konnte unabhängig von der PASM-Fahrwerksabstimmung aktiviert werden. Eine mechanische Hinterachs-Quersperre mit asymmetrischer Sperrwirkung sorgte für optimale Traktion.

Fahrwerk und Bremsen

Das Fahrwerk des 911 Speedster basierte auf der Technik des 911 GT3 und des 911 R. Die sportlich abgestimmte Hinterachslenkung, dynamische Motorlager sowie die Regelsysteme Porsche Torque Vectoring (PTV) und Porsche Stability Management (PSM) wurden speziell für das Modell angepasst. Das PASM-Fahrwerk mit 25 Millimetern Tieferlegung sorgte für ein präzises und agiles Fahrverhalten. 20 Zoll große, geschmiedete Speedster-Leichtmetallräder mit Zentralverschluss und die serienmäßige PCCB-Bremsanlage (Porsche Ceramic Composite Brake) mit gelochten und innenbelüfteten Keramik-Verbund-Bremsscheiben rundeten das Performance-Paket ab.

Zentralverschlussfelgen und Keramikbremsen waren Serie beim 991 Speedster.

Exklusive Kleinserie mit Sammlerpotenzial

Weltweit wurden nur 1.948 Exemplare gefertigt – eine Referenz an das Baujahr des Porsche 356 „Nr. 1“ Roadster von 1948. Mit seiner Kombination aus klassischem Speedster-Design, modernster Technik und limitierter Stückzahl entwickelte sich das Modell schnell zu einem begehrten Sammlerstück. Der Neupreis betrug 2019 rund 275.000 Euro. Heute wird der 991 Speedster zwischen 450.000 und 600.000 Euro gehandelt. Damit gehört er zu den modernsten 911-Modellen mit starkem Wertsteigerungspotenzial, insbesondere durch den einzigartigen Mix aus GT3-Technik, Limitierung und Handschaltung

Porsche 911 Speedster 991.2 Silber Heck

Der 991 Speedster ist gesucht und teuer.

Technische Daten

Der 991 Speedster basiert auf dem 991.2 GT3, was ihn zu einem der fahraktivsten offenen Porsche macht. Die technischen Highlights:

  • 4,0-Liter-Saugmotor mit 510 PS und 470 Nm Drehmoment

  • Drehzahl bis 9.000 U/min – identisch mit dem GT3

  • 6-Gang-Schaltgetriebe

  • 0–100 km/h in 4,0 Sekunden,

  • Höchstgeschwindigkeit 310 km/h

  • Leergewicht (DIN): 1465 kg

  • Hinterachslenkung und adaptives Fahrwerk

Vergleich: 991 Speedster vs. 991 GT3

Abgesehen von dem offensichtlichem Umstand, dass der Speedster ein Cabrio ist und der GT3 ein Coupé mit Heckflügel und entsprechend ausgefeilterer Aerodynamik und mehr Downforce, unterscheiden sich die Modelle auch durch die Fahrleistungen: Der 991 Speedster wird manuell geschaltet, leistet 510 PS, beschleunigt in 4,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h. Der 991.2 GT3 lässt die Wahl zwischen PDK und Handschaltung, muss mit 10 PS weniger auskommen, schafft es aber 0,1 Sekunden schneller auf 100 km/h und rennt in der Spitze 8 km/h schneller. der 991 Speedster bietet ein offenes Fahrerlebnis mit GT3-Genen – etwas, das weder der normale GT3 noch ein 911 Turbo Cabrio kann.

Porsche 911 Speedster 991 Silber Garage

Der Porsche 991 Speedster erreicht 310 km/h.

Fazit: Ein moderner Klassiker

Der Porsche 991 Speedster ist ein Highlight der 911-Geschichte. Er kombiniert Motorsport-Technik, puristische Eleganz und limitierte Exklusivität. Wer ihn fährt, erlebt ein Stück Porsche-Geschichte – und wer ihn besitzt, kann sich über eine sichere Wertanlage freuen. Ein echter Fahrertraum: schnell, offen, handgeschaltet und mit hochdrehendem Saugmotor.

Wie findet ihr den 991 Speedster? Schreibt es gerne in die Kommentare!


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